Wichtigstes Werkzeug
Für Zimmermeisterinnen und -meister, die sich nicht nur auf Fachwerkrestaurierung spezialisiert haben, ist die Abbund-/CAD-Software das wichtigste Werkzeug. Dem entsprechend wird während Teil I+II des Meisterkurses intensiv damit gearbeitet.
Viele Anbieter am Markt
Da es ganz unterschiedliche Programme am Markt gibt, wäre es aus unserer Sicht falsch, unseren Lernenden nur eins nach dem Motto „Vogel friss oder stirb“ vorzusetzen. Es gibt nicht „Das beste“ Abbundprogramm (auch wenn einige Anbieter fest davon überzeugt sind ;-)). Jedes Programm hat Stärken und Schwächen. Was für einen Teil der Lernenden das „Nonplusultra“ sein mag, passt für die anderen absolut nicht zu ihrer „Denke“. Die Vorgehensweise in den Programmen, um eine schwierige Schiftung zu konstruieren oder ein Holzhaus einzugeben, unterscheidet sich zum Teil erheblich.
Große Präsentation
Als wahrscheinlich einzige Meisterschule bietet das BuBiZA seinen Lernenden die Auswahl aus vier weit verbreiteten Programmen an. Vor der lange geplanten Präsentation konnten alle die Programme cadwork, Dietrich‘s, SEMA und S+S auf ihr Notebook installieren. Betreut von Mitarbeitern der Softwarehäuser wurde an jeweils einem Tag ein Walmdachmodell mit abgegrateten und verkanteten Bauteilen und ansatzweise ein Holzhaus eingegeben. Dabei war es wichtig, dass die Lernenden von den Vorführenden „mitgenommen“ wurden und Einblicke in die Grundrisseingabe, das Einfügen von Fenstern, Türen und der Treppe sowie des Dachstuhls erhielten. So konnten sie nach den vier Präsentationen entscheiden, welches Programm am besten zu ihnen passt.
Große Spannung am Wahlabend
Das Ergebnis der online-Wahl wird von den Lernenden und den Softwarehäusern mit großer Spannung erwartet. Seit 2009 wird die Wahl in den Meisterklassen durchgeführt. Es gab schon viele Überraschungen. Beschäftigte des BuBiZA können die online-Wahl live verfolgen. Sie müssen am Abend nach der letzten Präsentation aus dem Wahlergebnis die Gruppen für die Klassenräume zusammenstellen. Ein Programm muss mindestens von 8 Lernenden gewählt werden, damit eine Gruppe einen Betreuer vom BuBiZA bekommt. Eine Gruppe darf aber auch nicht so groß werden, dass der Unterricht erschwert würde. In manchen Jahren wurde am Wahlabend viel telefoniert, um sinnvolle Gruppengrößen bilden zu können. In diesem Jahr passte alles! Keine Gruppe war zu groß, keine zu klein! Nach der Aufteilung erfuhren alle, in welchen Klassenraum sie am nächsten Tag zu gehen hatten.
Für viele Lernende stand ihr Favorit schon vorher fest, da ihre spätere Firma sich bereits für ein Programm entschieden hat. Trotzdem war es auch für sie eine spannende Veranstaltung. So eine Gelegenheit, vier Programme an den gleichen Projekten zu vergleichen, bekommt man nur selten geboten. Und der Blick über den „Tellerrand“ hat noch niemand geschadet.