Heinz Hellmuth verstorben

Heinz Hellmuth in seinem Element: Inmitten von Auszubildenden mit einem Dachmodell. Rechts neben ihm der damalige hessische Minister für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten Wilhelm Dietzel bei einer Besichtigung.

Wir trauern um den langjährigen Vorsitzenden der Bundesfachschule und des Verbandes Hessischer Zimmermeister.

Zimmermeister Heinz Hellmuth starb am 15. Januar 2026.

Lebensstationen

Heinz Hellmuth prägte das hessische Zimmererhandwerk entscheidend. Von 1981 bis 1996 war er Kasseler Obermeister und wurde 1984 zum Vorsitzenden des Verbandes Hessischer Zimmermeister e.V. gewählt. Weiterhin war er Vorsitzender der Bundesfachschule, fungierte als stellvertretender Vorsitzender des BDZ und als Präsident der Akademie des Zimmerer- und Holzbaugewerbes.

Engagement für Ausbildung

Hellmuth widmete sich leidenschaftlich der Nachwuchsförderung. Er betreute Leistungswettbewerbe, gehörte dem Meisterprüfungsausschuss an, führte den BDZ-Berufsbildungsausschuss und war stellvertretender Vorsitzender des ZDB-Berufsbildungsausschusses. Als Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer Kassel sicherte er höchste Standards in der Qualifizierung von Azubis und Meistern. 
Bei internationalen Leistungswettbewerben war er als deutscher Sachverständiger und Juror dabei. In den 1990er Jahren bemerkte er, dass die Schweizer Teilnehmer andere Methoden verwendeten und dadurch schneller und genauer als die deutschen Teilnehmer waren. Das ließ ihn nicht ruhen. Er stellte den Kontakt zwischen deutschen Ausbildern und dem Schweizer Trainer her. Ein Arbeitskreis von Ausbildern traf sich regelmäßig, um eine Aufgabensammlung zu erstellen, die anschaulich nach den Methoden des flächigen Schiftens gelöst wurden. Anschließend brachte der Bund Deutscher Zimmermeister auf Betreiben von Heinz Hellmuth das Lehrbuch “Schiften nach der Flächenmethode” heraus. Eine Reihe von Ausbildungszentren erstellte Modelle, die die Vorgehensweise dieser Methode mit Plexiglasplatten verdeutlichten. Diese Modelle wurden auf einer “roadshow” durch viele Ausbildungszentren geschickt und dort von Heinz Hellmuth und den Mitgliedern des Arbeitskreises den örtlichen Ausbildern vorgestellt. Dadurch konnte sich das “Flächenschiften” zügig in der Ausbildung und in der Meisterschule verbreiten. Die besseren Platzierungen der deutschen Teilnehmer bei späteren Leistungswettbewerben bestätigten die Richtigkeit von Heinz Hellmuths Initiative.

Vermächtnis

Heinz Hellmuths unermüdliches Engagement formte den Holzbau in Hessen nachhaltig und über Generationen hinweg. Als Visionär und Förderer des Handwerks hinterließ er Standards in Ausbildung und Berufsförderung, die bis heute wirken. Der Verband Hessischer Zimmermeister e.V. gedenkt seines beeindruckenden Lebenswerks mit tiefer Dankbarkeit und Respekt.