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Zimmererbock (Heft 11/2014)

Maße und Winkel des vorgestellten Zimmererbocks

Variante 1

Zunächst wird die einfachste Methode gezeigt, wie der untere und der obere Abschnitt an die Bockbeine gebracht werden kann. Es muss nur der Flächenprofilwinkel auf die Oberkante gerissen werden. Die zweite Anreißschmiege ist nicht erforderlich. Zur Vergewisserung, ob der Maschinenwinkel richtig eingestellt wurde, kann sie natürlich angetragen werden. Nach Ausführung des Abschnitts mit richtig eingestelltem Maschinenwinkel ergibt sie sich ansonsten. Der Maschinenwinkel (Definition: der Winkel, um den Maschinen aus der Rechtwinklig-Stellung geschwenkt werden) ist der Gegenwinkel zur Neigung des Bockbeins in der Vorderansicht. Sollen - wie im Bild gezeigt - gleich mehrere Beine nebeneinander auf Böcken abgebunden werden, muss wegen des geringen Gewichts eine Beschwerung oder Befestigung am Boden vorgesehen werden, damit die Böcke sich nicht verschieben.

Mit einem Klick auf das Bild kann eine interaktive 3d-PDF-Datei herunter geladen werden. Bei manchen Browsern muss diese erst gespeichert werden, bevor die 3d-Funktionalität zur Verfügung steht.

Variante 2a

Während Variante 1 keine unmittelbare Bearbeitung der Ausklinkung für den Holm erlaubt, wird bei Variante 2 entlang der 2. Anreißschmiege geschnitten. Der entsprechende Maschinenwinkel muss berechnet werden. Durch die Verkantung der Bockbeine kann die Ausklinkung zwar eingeschnitten, aber nicht vollständig ausgearbeitet werden. Die roten Bereiche zeigen die unvollständige Bearbeitung.

Variante 2 erlaubt eine weitergehende, aber nicht vollständige Bearbeitung.

Variante 2b

Nach der Bearbeitung mit Handkreissägen muss die Gruppenbearbeitung beendet werden. Die Schraubzwingen werden gelöst und die Bockbeine einzeln bearbeitet. Der Schnitt für die lotrechte Holmkante könnte mit einer Bandsäge - ebenfalls nur teilweise - eingeschnitten werden.

Einschnitt mit der Bandsäge

Variante 3a

Für größere Stückzahlen kann sich der Aufwand lohnen, den Verkantungswinkel des Bockbeins zu ermitteln. Der Anschlagwinkel für das Lineal des Zapfenschneiders ist der Flächenwinkel der parallel zum Holm liegenden Seitenfläche (Verbindung der äußersten Bockbeinkanten). Der Maschinenwinkel ist der Gegenwinkel zur Neigung des Beins in der Seitenansicht.

 

Verkantungs-, Anschlag- und Maschinenwinkel

Variante 3b

Erstellt man mit diesem Verkantungswinkel zwei Schablonen, kann ein Bockbein z. B. auf einem Zapfenschneider verkantet aufgespannt werden, dass drei Schnitte am oberen Ende in einem Arbeitsgang vollständig ausgeführt werden können. Bei kurzen Bauteilen ist sowieso die Bearbeitung auf stationären Handabbundmaschinen eher zu empfehlen.
Die Sägeaggregate werden um den Gegenwinkel der Bockbeinneigung in der Seitenansicht geneigt.
Der Winkel für das Anschlaglineal entspricht bei gleichem Ausstellmaß des Bockbeins der ersten Anreißschmiege aus dem Flächenprofil.

Für späteren Bedarf alle Skalenwerte des Zapfenschneiders notieren und mit den Verkantungsschablonen aufbewahren.

 

Rationelle Bearbeitung eines Bockbeins (bei größeren Stückzahlen) auf einem Zapfenschneider

Variante 4 für CNC-Abbund

Auf einer CNC-Abbundmaschine kann das Makro Schwalbenschwanzverbindung gewählt werden. Ein mögliches Schwinden der Beine kann bei dieser Variante zum nicht mehr festen Sitz der Beine im Holm führen.


Variante 5 für CNC-Abbund

Bei dieser Variante kann geringfügiges Schwinden der Beine ausgeglichen werden. Die Bolzenbohrung ist im Holm größer ausgeführt, so dass das Bein beim Schwinden etwas nach oben gleiten kann und anschließend wieder passgenau "sitzt".